
Wir rufen zu einer aktiven Beteiligung am 1. Mai auf – gerade auch auf der Straße. Denn selten war es wichtiger als jetzt, den Kapitalisten eine Kampfansage zu erteilen und eine revolutionäre Perspektive auf die Tagesordnung zu setzen. Alles, was wir bis jetzt in der Corona-Phase erlebt haben, hat und wird massive Spuren hinterlassen. Kurzarbeit, Verlängerung von Arbeitszeiten, Ausgangsbeschränkungen, Abbau von Mitbestimmungsrechten. Die gesamte Klasse der Lohnabhängigen ist betroffen, ob in der Metall- und Elektroindustrie oder im Einzelhandel, in der Gastronomie oder der Spedition, in der Pflege oder dem öffentlichen Dienst. Wir dürfen nicht zulassen, dass die Krise auf dem Rücken der Lohnabhängigen ausgetragen wird.
Das Argument der Virus-Eindämmung muss zur Zeit für Vieles herhalten, unter anderem zur massiven Einschränkung der Grundrechte, wie der Versammlungsfreiheit. Dennoch braucht es am 1. Mai ein klares Signal: Auf die kapitalistische Krisenabwälzung von Staat und Kapital werden wir mit Organisierung und Klassenkampf von unten antworten. Dafür sind offensive Aktionsformen wichtig – auch in Zeiten von Corona. Kollektive Aktionsformen, die über „online Bilder posten“ hinausreichen. Welche genau Form die 1. Mai Aktivitäten haben werden, wird sich in den kommenden Wochen herausstellen. Kollektivität, Selbstbestimmung und ein klares politisches Zeichen, zugleich gesundheitliche Vertretbarkeit und das Beachten der verschärften staatlichen Repression. Die Herausforderungen sind nicht zu unterschätzen. Klar ist aber, es lohnt sich, sie anzunehmen! Wir werden Wege und Möglichkeiten finden, den revolutionären 1. Mai auf die Straße zu tragen. „PK: Am 1. Mai auf die Straße! Diese Krise hat System. Revolutionäre Gegenmacht aufbauen!“ weiterlesen
Corona-FAQ als Textversion und PDF zum ausdrucken
Thesen zu den Aufgaben der revolutionären Linken in der Corona-Krise

Die aktuelle Krise ist nicht nur eine des Gesundheitssystems und offenbart nicht nur die völlig mangelhafte Vorbereitung auf eine Pandemie. Der Corona-Virus trifft auf eine kapitalistische Wirtschaft die schon seit Monaten in eine tiefe Krise schlittert. Alles spricht dafür, dass diese nun verstärkte Krise massive gesellschaftliche, politische und ökonomische Verwerfungen produzieren wird.
Für die revolutionäre Linke ergeben sich aus dieser Situation geänderte Bedingungen, Aufgaben und auch neue Möglichkeiten. Im folgenden einige Thesen dazu. Sicher werden auch wir den hier genannten Ansprüchen noch nicht oder nur unzureichend gerecht. Wir wollen uns aber den Herausforderungen stellen und möglichst eine Debatte hierzu anregen:
1. Mit „Burgfrieden“ wird das Virus auch nicht besiegt!
Der Charakter dieser Krise beinhaltet eine scheinbare Besonderheit: Eine klassenübergreifende Bedrohung wird mit Maßnahmen bekämpft, die zwar scheinbar alle gleichermaßen treffen, tatsächlich aber einen deutlichen Klassencharakter haben. Wir durchleiden diese Krise nicht alle gemeinsam und auf die gleiche Weise. Es macht einen Unterschied, die Quarantäne mit den Kindern in der 3-Zimmer-Wohnung an der Durchfahrtsstraße oder in der Villa mit Garten zu verbringen. Und vorallem wird es einen Unterschied machen, ob man in Folge der Krise den Kauf des Tesla hinausschieben oder Hartz IV beantragen muss. Sicher, es gibt viele Töne grau, aber eines ist klar:
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PK: Sonderseite zu Corona veröffentlicht

Wir haben eine Corona-Sonderseite eingerichtet. Diese findet ihr unter www.perspektive-kommunismus.org/corona Auf der Website findet ihr ein Corona-FAQ, Links zu Solidaritäts-Netzwerken in mehreren Städten, eine Sammlung lesenswerter Texte, Wandzeitungen und Berichte von Aktionen. Gerade in diesen Zeiten ist eine klassenkämpferische Praxis notwenig. Mit der Sonderseite wollen wir einige Informationen bündeln und vor allem in den kommenden Wochen Materialien zur Verfügung stellen.
Zur Sonderseite
PK: Krisen-Info Nr. 1 – Krank ist das System!

Unsere erste Krisen-Info ist da. Dabei handelt es sich um Wandzeitungen zum plakatieren im öffenltichen Raum. Gerade in dieser Zeit ist es enorm wichtig, im öffentlichen Raum mit klassenkämpferischen und revolutionären Inhalten sichtbar zu sein. Parolen und Wandzeitungen sind dafür gute Möglichkeiten. Unsere erste Ausgabe befasst sich mit den Fragen, warum ein neuer Virus das Gesundheitssystem derart hart trifft, ob wir alle im selben Boot sitzen und gleichermaßen von den Einschränkungen betroffen sind. In den kommenen Wochen werden weitere Wandzeitungen zu anderen Themen erscheinen. Download der PK-Version (DIN3, DIN4)
Blanco-Vorlagen zum Download
Wir veröffentlichen verschiedene Versionen der Krisen-Info. Neben unserer Ausgabe als Perspektive Kommunismus stellen wir auch eine blanco Version online ohne Logo und Anmerkungen. Hier könnt ihr eure eigenen Logos und Kontaktdaten einfügen.
Kein Shutdown im Klassenkampf!
Als Antwort auf die rasante Ausbreitung des Corona-Virus organisieren die Herrschenden hierzulande und weltweit einen Ausnahmezustand, den es in dieser Dimension seit 1945 nicht mehr gab.
Wir können an dieser Stelle keine abschließende medizinische Bewertung des Virus und der Folgen der Masseninfektion geben, die großen Teilen der Bevölkerung zweifellos bevorsteht – WissenschaftlerInnen gehen von mindestens 70% der Bevölkerung aus. Dabei kann die Lungenkrankheit verschieden verlaufen: Von leichten Symptomen, die wenig auffallen oder einschränken, bis hin zur tödlichen Lungenentzündung. Zentral ist allerdings, dass die Folgen der Infektion für zahlreiche Menschen fatal sind. Vorerkrankungen und Alter sorgen für eine konkrete Lebensgefahr durch das Virus. Es steht außer Frage, dass die Situation ernst ist und dass es ungemein wichtig ist, die Ausbreitung zu verlangsamen und soweit wie möglich einzudämmen. Aber was gerade in unserer Gesellschaft passiert ist nicht einfach nur die vernünftige Reaktion auf einen gesundheitlichen und medizinischen Notstand. Es ist der Notstand, den die Herrschenden dieses Gesellschaftssystems organisieren – diejenigen, die dafür sorgen, dass 50% der deutschen Bevölkerung nur 1,4% des gesamten Reichtums in Land besitzen, dass hier der größte Niedriglohnsektor Europas errichtet wurde, dass Klimaschutz hinter Konzerninteressen gestellt wird und Waffen in Kriegsgebiete geliefert werden. Sind das diejenigen, die so sehr an dem Wohlergehen der einfachen Bevölkerung interessiert sind, dass sie die gesamte Gesellschaft dafür auf den Kopf stellen? Nein!
Aufruf zum Block "Wenn wir streiken, steht die Welt still – Fraunkampf ist Klassenkampf!" am 8. März in München
Der Kapitalismus trifft uns Frauen* besonders hart. Frauen* erfahren neben der Ausbeutung im Lohnarbeitsverhältnis weitere besondere Formen von Unterdrückung und Ausbeutung im herrschenden System. Nicht nur, dass Frauen* weniger verdienen als ihre männlichen Kollegen: Hausarbeit, Kindererziehung und Angehörigenpflege sind bloß einzelne Aspekte, die als unbezahlte Reproduktionsarbeit von Frauen* abverlangt werden.
Diese Mehrfachbelastung führt dazu, dass Frauen* durch Teilzeitarbeit und geringe Löhne, Renten und Sozialleistungen stark von Armut betroffen sind, wodurch sie in Abhängigkeitsverhältnisse zu ihren Männern*, Familien und staatlichen Strukturen gedrängt werden.
In dieser Abhängigkeit nimmt die Frau* eine unterlegene Rolle ein und erfährt tagtäglich psychische, physische und sexualisierte Gewalt – in der Partnerschaft, in der Familie, im Job und im öffentlichen Raum. Für die Frau* als Einzelne ist es schwer sich aus dieser strukturellen Gewalt zu befreien. Denn die Strukturen, die diese Gewalt hervorbringen, fördern und erhalten sind tief in unser System eingelassen.
Die patriarchale Unterdrückung, Ausbeutung und Gewalt gegen Frauen* sind systemstabilisierende Faktoren des Kapitalismus, die durchbrochen werden müssen, um eine tatsächlich gleichberechtigte, klassenlose Gesellschaftsform zu erhalten. Der Kampf um die Befreiung der Frauen* muss deswegen auch immer ein Kampf gegen das kapitalistische System und damit Ziel der gesamten lohnabhängigen Klasse sein.
Es ist ein Kampf, den wir nur durch gemeinsame Organisierung gewinnen können. Zusammen haben wir die Stärke die Vereinzelung des Kapitalismus zu durchbrechen und das Patriarchat zu stürzen!
Als Bündnis aus linken, antikapitalistischen Gruppen werden wir am 8. März – dem internationalen Frauen*kampftag- gemeinsam auf die Straße gehen, um für Frauen* einzustehen und Solidarität mit allen kämpfenden Frauen* dieser Welt zu zeigen. Schließt euch uns an!
Wir treffen uns am Sonntag, den 8. März 2020 um 13 Uhr am Marienplatz bei dem Banner: Wenn wir streiken, steht die Welt still – Frauen*kampf ist Klassenkampf!
Unterstützer*innen: Offenes Frauen*treffen München, Frauen*streikgruppe München, Antikapitalistische Linke München, Antifaschistischer Aufbau München, Antifa Stammtisch München, Gruppe ArbeiterInnenmacht München, SDAJ München
Frauenkampf ist Klassenkampf: Diskussionsveranstaltung im Vorfeld des Frauenkampftages am 8. März
Die systematische Unterdrückung von Frauen ist nicht naturgegeben oder zufällig entstanden. Diese strukturelle Benachteiligung ist historisch gewachsen. Das System des Kapitalismus macht sich diese patriarchale Unterdrückungsmechanismen zunutze und hat ein Interesse daran, dass diese bestehen bleiben. Nicht nur, dass Frauen, durch die ihr zugeschriebene minderwertige Rolle als billige Arbeitskräfte ausgebeutet werden. Sie erledigen die für die Gesellschaft notwendige Reproduktionsarbeit und das umsonst. Für lohnabhängige Frauen bedeutet das eine Doppelunterdrückung: vom Patriarchat und als Teil der vom Kapital ausgebeuteten Klasse.
In dieser Veranstaltung wollen wir die historische Entstehung des Patriarchats betrachten und analysieren wie das Kapital diese Strukturen aufgreift, um das System zu stabilisieren. Wir wollen beleuchten was Frau sein im heutigen Kapitalismus bedeutet, mit welchen Faktoren der Unterdrückung sie tagtäglich konfrontiert sind. Und wir wollen diskutieren warum Frauenkampf auch immer Klassenkampf bedeutet.
Mit den Worten einer großen Revolutionärin:
„Die Revolution ist der einzige Weg zur Befreiung der Frau.“ Clara Zetkin
(Alle solidarischen Frauen, Männer, Menschen sind willkommen teilzunehmen)
Unterstützung unterbinden – Demo gegen die NATO School in Oberammergau
Samstag 08.02. um 10:00 Uhr am Hauptbahnhof bei der großen Anzeigetafel.
13:00 Uhr / Bahnhof Oberammergau
UNTERSTÜTZUNG UNTERBINDEN
Demonstration gegen die NATO
antinato.noblogs.org
Die Verteidigung der Rojava-Revolution: Ein Krieg gegen die NATO

Die Türkei führt aktuell einen militärischen Angriff mit verbündeten islamistischen Milizen auf das Projekt Rojava (Westkurdistan), die demokratische, multiethnische und feministische Selbstverwaltung von Nord- und Ostsyrien. Dagegen leisten Kämpfer_innen der Syrischen Demokratischen Kräfte/SDF, der Volksverteidigungskräfte/YPG und der Frauenverteidigungskräfte/YPJ einen heldenhaften Widerstand, um die Revolution in Rojava zu verteidigen. Doch ohne die Zustimmung der Militärallianz NATO und ohne die wirtschaftliche und militärische Unterstützung durch NATO-Staaten wie Deutschland könnte die Türkei heute keinen Krieg in Kurdistan führen. Die verbrecherische Kriegspolitik der Türkei ist Bestandteil der NATO-Strategie und ihrer Interventionen im sogenannten Nahen und Mittleren Osten.
Duran Kalkan, Mitglied im Leitungskomitee der Arbeiterpartei Kurdistans PKK brachte das auf den Punkt: „Nicht der türkische Staat oder die türkische Armee kämpfen seit 35 Jahren gegen die PKK und die Guerilla Kurdistans. Die NATO führt diesen Krieg. Die Guerilla leistet dementsprechend seit 35 Jahren Widerstand gegen die NATO. Sie führt einen Krieg gegen die NATO.“
Der Widerstand gegen die antikurdische Vernichtungspolitik der Türkei muss sich auch gegen die Regierungen der NATO-Staaten richten. Auch Deutschlands Ressourcen werden von wechselnden Regierungen und der Staatsbürokratie für die menschenverachtende, zerstörerische NATO-Politik eingesetzt. Im Namen des deutschen Staates und der Profite deutscher Unternehmen werden in Kurdistan Krieg, Vertreibung und Völkermord begangen.
Der sogenannte Flüchtlingsdeal zwischen der EU und der Türkei, der dem Erdogan-Regime sechs Milliarden Euro zusicherte, wurde maßgeblich von der deutschen Regierung ausgearbeitet. Mit dem Flüchtlingsdeal legitimiert der deutsche Staat die Unterstützung der Türkei. Rassistische Stimmung gegen Flüchtlinge wird genutzt, Ängste werden geschürt, um die Proteste gegen deutsche Beteiligung an türkischen Kriegs- und Menschenrechtsverbrechen zu unterdrücken. Dabei gibt es breite gesellschaftliche Kritik an der Haltung der deutschen Regierung. Doch dieser Protest hat keine praktischen Folgen. Wenn Großdemos oder Presseerklärungen also nicht verhindern, dass deutsche Waffen in die Türkei geliefert werden oder über 7.000 deutsche Unternehmen in der Türkei Geschäfte machen – was dann? Dann ist es notwendig, in Deutschland praktisch Waffenproduktion bzw. -exporte und wirtschaftliche Kooperation mit der Türkei zu behindern. Wir müssen uns bewusst werden, dass wir es sind, die Fabriken schließen und Transportwege blockieren können. Jeder Mensch, jede gesellschaftliche Gruppe weiß am besten, wozu sie bereit sind und welche Aktionen im eigenen Kontext am meisten Sinn machen. Notwendiger als bisher sind: Kreativität, die Bereitschaft persönliche Opfer in Kauf zu nehmen und gesellschaftliche Relevanz. Die Herrschenden in Politik und Wirtschaft Deutschlands, der Türkei und der gesamten NATO können nur solange ihre Kriegspolitik aufrechterhalten, solange wir unsere eigene Kraft nicht erkennen.
Referent: Ali Cicek, Civaka Azad – Kurdisches Zentrum für Öffentlichkeitsarbeit

