
Krieg und Krise spitzen sich zu – aber der Widerstand wächst. Heute, am 1. Mai, wurde das besonders spürbar.
Beteiligung an der DGB-Demo
Der DGB hatte zu seiner traditionellen Demonstration zum 1. Mai unter dem Motto aufgerufen: Erst unsere Jobs, dann ihre Profite. Bei vielen Kolleg:innen hatte dieses Motto zurecht für Verwunderung gesorgt. Dennoch war die DGB-Demonstration verhältnismäßig gut besucht. Der jahrelange Trend, nach dem jedes Jahr weniger Kolleg:innen zum 1. Mai auf die Straße gegangen sind, scheint inzwischen gestoppt zu sein. Das liegt sicherlich an den sich zuspitzenden Widersprüche, die auch Diskussionen innerhalb der Gewerkschaften betreffen, wie zu Krieg und Sozialabbau.
Gemeinsam mit Kolleg:innen aus unterschiedlichen Bereichen und den Kolleg:innen aus dem gewerkschaftlichen Aktivenkreis „Soziales rauf, Rüstung runter“ beteiligten wir uns mit einem eigenen antikapitalistischen Abschnitt an der Demonstration. Das Motto unseres Blocks: Ihre Profite sind unsere Krise. Auffällig war auch dieses Jahr, wie präsent das Thema Krieg und Aufrüstung auf der Demonstration war – ein Thema, das die Gewerkschaftsführung möglichst wenig zu thematisieren versucht. Auf der DGB-Demonstration wurde einmal mehr klar: Unter den Kolleg:innen spielt es eine große Rolle. Auch in der Jugendrede auf der Abschlussdemonstration wurde das Thema Wehrpflicht thematisiert. Untermalt wurde die Rede mit Effekten aus dem Publikum. Die Jugend hat kein Interesse daran, in den Kriegen der Reichen zu sterben!








Revolutionäre Demonstration
Die revolutionäre 1. Mai-Demonstration, die traditionell im Anschluss an die DGB-Demo am Rindermarkt startet, war dieses Jahr größer als jemals zuvor. Über 3500 Menschen beteiligten sich daran.
Die revolutionäre 1. Mai-Demonstration veranstalten wir inzwischen seit fünf Jahren in München. Das Ziel war von Anfang an, die verschiedenen Kämpfe gegen Ausbeutung und Unterdrückung am zentralen Kampftag unserer Klasse zusammenzubringen, und darüber hinaus eine revolutionäre Perspektive sichtbar zu machen. Das ist dieses Jahr definitiv gelungen. Gewerkschafter:innen und Kolleg:innen aus unterschiedlichsten Bereichen, Aktive aus der Palästina- und Kurdistan-Bewegung, Antifaschist:innen, Jugendliche, die sich gegen Krieg und Wehrpflicht einsetzen: Sie alle kamen heute auf der revolutionären 1.Mai-Demonstration unter dem Motto „So wie es ist, muss es nicht bleiben – Klassenkampf in die Offensive“ zusammen.
Das spiegelte sich auch in den Reden und dem Programm wieder. So sprachen – neben uns – eine betrieblich Aktive aus dem Gesundheitssektor, eine Internationalistin aus der kurdischen Bewegung, eine aktive Antifaschistin und ein Schüler, der sich gegen die Wiedereinführung der Wehrpflicht engagiert.
Wie wenig Bock die Jugend auf Krieg und Aufrüstung hat, zeigte sie, indem einige von ihnen nach dieser Rede symbolisch eine Panzer-Piñata zerschlugen.
Untermalt wurde das inhaltliche Programm der Demonstration durch den Arbeiter:innen-Chor aus’m Barrio (Olga Benario) – kurz ACAB -, welcher die Lieder „Bread and Roses“ und El Pueblo Unido“ aufführte und in ihrer Anmoderation auf die besonders prekäre Situation für Frauen im kapitalistischen System einging.
Wie schon auf der Auftaktkundgebung war die Stimmung auf der anschließenden Demonstration durch die Münchner Innenstadt permanent gut und vorantreibend – trotz aller Versuche des Staates, den kämpferischen Charakter der Demonstration zu unterbinden.
Schon seit einigen Jahren versucht die Polizei in München, durch möglichst viel Präsenz nahe an der Demonstration ein Gefühl von Einschüchterung bei der Teilnehmer:innen zu erzeugen. So auch auf der diesjährigen revolutionären 1. Mai-Demonstration. Wann immer Teilnehmer:innen der Demo Pyrotechnik zündeten (was sehr häufig geschah) stoppte die Polizei den Demonstrationszug auf. Das Ziel: Das Gefühl eines selbstbestimmten Protestes zu unterbinden. Die Demonstration ließ sich davon jedoch nicht beeindrucken und von Anfang bis Ende blieb die Stimmung gut, die Parolen laut und die Luft eingefärbt. Auf einem Teil der Strecke wurden in den Schwaden des Rauches im Zeichen der internationalen Solidarität Fahnen von revolutionärer Parteien und Bewegungen aus anderen Ländern – wie die der PKK, der EZLN und der PFLP – geschwenkt.
Ein Bannerdrop mit der Aufschrift „Sozialabbau im ganzen Land – Unsere Antwort Widerstand!“ begrüßte die Demonstration kurz nach dem Isartor.
An der Frauenhoferstraße wurde ein Top-Transpi über dem Block entrollt, auf dem „Sozialismus oder Barbarei – Liebe und Kraft in Untergrund und Haft“ zu lesen war. Die Gelegenheit nutzen Leute dazu, um darunter die Straße mit einer Parole zu verschönern.















1. Mai Fest
Die Demonstration endete nahe der Glockenbachwerkstatt, wo dieses Jahr einmal mehr ein Fest zum 1. Mai stattfand. Denn so wichtig es ist, auf die Straße zu gehen, so wichtig ist es auch, zusammenzukommen und auch eine Gegenkultur von unten gegen die Vereinzelung im Alltag aufzubauen.



Alles in allem ein gelungener Tag, der zeigt: Der Widerstand wächst, immer mehr Leute suchen nach einer Perspektive, und lassen sich dabei nicht von Repression einschüchtern. Es gibt eine Antwort auf Krieg und Krise: Den Kommunismus.



















































